Politiken der Benennung

17Aug11

Wer heute Geschlechterstudien zum Recht betreibt, sich mit Diversity und Recht beschäftigt, Gender Mainstreaming auch juristisch reflektiert, Antidksiminierungsrecht theoretisiert oder Gleichstellungsrecht konzipiert, bewegt sich in den Pfaden feministischer Rechtswissenschaft. Es ist nicht in jeder Situation klug, das so zu nennen. Es ist aber oft feige und wissenschaftlich unlauter, es nicht zu tun. Zudem ist es keineswegs ein Rückfall in essentialistische, Weiße privilegierende oder sonst ignorante Zeiten, feministisch zu arbeiten. Der Rekurs auf eine feministische Position baut vielmehr, um mit der postkolonialen Theoretikerin Gayatri Spivak zu sprechen, auf einen „strategischen Essentialismus“, stellt also bewusst eine Kategorisierung und Perspektive in den Vordergrund, behauptet damit gerade nicht automatisch, es gebe ‚die Frauen‘ oder ‚die Männer‘ als uniforme Gruppen einheitlicher Existenzweisen.

Susanne Baer: Entwicklung und Stand feministischer Rechtswissenschaft in Deutschland, in: Beate Rudolf (Hg.), Geschlecht im Recht. Eine fortbestehende Herausforderung, 2009, S. 35.

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