Die Kanzlerin im Town Hall Meeting

18Mai09
Dass der US-Wahlkampf nicht nur im Internet Vorbild für die im September stattfindende Bundestagswahl in Deutschland ist, zeigt das neue Fernsehformat der RTL-Bürgersprechstunde mit der Bundeskanzlerin. Das im letzten Jahr auch von Obama genutzte Town Hall Meeting fand gestern Abend statt und eine Reihe Fragen wurden gestellt, die Angela Merkel ganz bürgernah zu beantworten wusste.
Die wohl interessanteste Frage stellte eine junge Frau, die von Frau Merkel wissen wollte, wie sie es trotz ihrer exponierten Position schaffe den Anschluss zum normalen Leben – zu unserem Leben – zu erhalten, um eben ja auch für uns die Entscheidungen zu fällen?

Ich hätte da auch noch eine Frage: Frau Merkel, ist ein Gespräch zwischen Ihnen und dem Bürger, welches im Grundsatz zweifelsohne Bürgernahe schafft, jedoch in einer 75-minütigen Sendung mit ausgewählten Gästen und vor der Sendung festgelegten Fragen stattfindet nicht ein Widerspruch?

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4 Responses to “Die Kanzlerin im Town Hall Meeting”

  1. Genau. But something is better than nothing?

  2. I know, there must be an opportunity and a way to make an election compaign on the television as well. But sometimes I wish, it would be less designed and part of a TV format.

  3. Gute Frage, sehe ich ähnlich. Ist es nicht schade, was das private Fernsehen mal wieder dem öffentlichen vormacht?Immerhin können (sollten) wir so davon ausgehen, dass wirklich ein weites Spektrum der deutschen Bürger und Probleme somit abgedeckt wird.Ob ich mir das anschauen würde, weiss ich trotzdem nicht.

  4. Ich überlege schon die ganze Zeit, denn ich meine mich an den letzten Wahlkampf zu erinnern und da an eine ähnliche Sendung mit Gerhard Schröder allerdings im öffentlichen Fersehen. Ich komme aber nicht mehr drauf, wer das wann und wo genau moderierte oder ob ich da nicht sogar etwas verwechsle. Mich stört, dass es am Ende doch nur wieder um die Einschaltquote geht. Bei der Verbindung zwischen Politik und Fernsehen sehe ich die Gefahr, dass je höher die Quote ist, desto eher das Format eingesetzt wird und Raum für Selbstdarstellung des jeweiligen Politikers bietet. Wenn dann auch noch Gäste und Fragen vorab ausgewählt werden, geht das auf Kosten der wählenden Bürger, um die es doch eigentlich gehen sollte. Die zum Ziel gesetzte Bürgernähe wird dann doch nur konstruiert.


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