Twitter – ein kritischer Blick auf soziale Netzwerke

25Apr09

This is how our generation communicates now!“ Ist das so? Und wenn ja, was genau ist denn eigentlich gegen diese Form der Kommunikation einzuwenden? So ist der Mikro-Blogging-Dienst doch eine auf 140 Zeichen reduziert prägnante und schnelle Form der Nachrichtenübermittlung, die von im Februar 2009 geschätzten weltweit rund 6 Millionen Usern genutzt wird.

Ein kritischer Blick auf das Ganze kann sicher nicht schaden. Wobei dieser sämliche soziale Netzwerke einbezieht. So befürchten beispielsweise amerikanische Forscher eine „Überkommunikation“ und damit verbunden eine Überforderung des Gehirns durch den ständigen Erhalt neuer Nachrichten und die Vielzahl an möglichen sozialen Kontakten. Moralische Einstellungen der Nutzer könnten durch soziale Netzwerke wie Twitter oder Facebook abstumpfen, denn der enorme Nachrichtenstrom führe dazu, dass sich soziale Gefühle wie Mitleid und Bewunderung nicht entwickeln könnten, diese aber Voraussetzung für die Entwicklung eines Sinnes für Moral sind. Ein zumindest nachvollziebares kritisches Argument ist die Betrachtung des zeitlichen Aufwandes. Bei dem hohen zeitlichen Aufwand, den die Nutzung sozialer Netzwerke mit sich bringt, liegt der Gedanke nicht fern, dass die persönliche Pflege von Freundschaften außerhalb des Internets zu kurz kommen könnte. Aber auch auch Datenschützer lassen nicht auf sich warten, wenn es um die freiwillige Weitergabe von persönlichen Daten in sozialen Netzwerken geht. Twitter eröffnet dazu noch eine vollkommen neue Dimension, was die Verbreitung privater Einzelheiten angeht. Da lasse sich wirklich die Frage stellen, welcher Twitterer noch ersthaft für Datenschutz eintreten will, wenn er selbst viel mehr in die Welt zwitschert als Herr Schäuble jemals wissen wollte Aus diesen Befürchtungen heraus, wurde Anfang März eine Debatte im Bundestag über soziale Netzwerke und ihren vorallem jugendlichen Nutzern geführt. Die Grünen fordern deshalb, „die Regelungen des Jugendschutzes an neue technischen Entwicklungen anzupassen“ sowie eine „grundlegende Modernisierung des Bundesdatenschutzgesetzes“.

Bei all dieser sicher auch berechtigten kritischen Betrachtung sollte aber eins nicht vergessen werden:

Twittern macht vor allem eins, nämlich Spaß!

Dass immerhin 6 Millionen weltweite Nutzer und davon 80 000 in Deutschland ihre Tweets verbreiten, zeigt wie populär das Kommunikationsmittel ist. Dazu kommt noch, dass es schließlich auch immer davon abhängt wie man etwas nutzt. Dass Twitter ein schnelles Medium zur Nachrichtenverbreitung ist und dementprechend sinnvoll eingesetzt werden kann, ist da unbestritten. So hatte zum Beispiel am Osterwochenende die Streichung homosexueller Autoren auf Bestsellerlisten durch Amazon zu einem über Twitter verbreiteten Protest und Boykott-Kampagnen gegen Amazon geführt und eine öffentliche Entschuldigung der ‚Panne im System‘ durch Drew Herderer, Verantwortlicher bei Amazon zum Ergebnis. Aber auch die Politik bedient sich immer mehr dieser neuen Form von Kontaktpflege vor allem in Wahlkampfzeiten. Die eigens für den bevorstehenden Wahlkampf gegründete Webseite parteigeflüster.de ermöglicht es, das Twittergeschehen um die Parteien herum mitzuverfolgen.

Trotz allem sollte zumindest bei der Verbreitung von Fakten stets der Wahrheitsgehalt geprüft oder objektiv hinterfragt werden, damit keine verwirrenden Nachrichtenlagen entstehen und Falschmeldungen hunderttausendfach verbreitet werden. Ebenso sollten die Interessen der Nutzer und hier insbesondere, die der Jugendlichen ausreichend geschützt sein, soweit es um die Datenweitergabe in sozialen Netzwerken geht. Der Rest liegt wohl im Bereich der Eigenverantwortung.

Na dann auf zu studivz, schülervz, stayfriends, wer-kennt-wenn, facebook oder myspace. Ich zumindest werde das hier gleich erstmal twittern.

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One Response to “Twitter – ein kritischer Blick auf soziale Netzwerke”

  1. I love that video. Very funny, and well, there’s probably also a lot of truth in it.Interesting post too, of course. I guess Twitter is best in moderation, just as with most things.


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